28th INTERNATIONAL SYMPOSIUM ON ECONOMIC CRIME
I presented two papers at the symposium in Cambrige www.crimesymposium.org:
A Swiss Perspective on the Offshore Dimension
Geiger_Cambridge2010_Plenum
The Rise and Fall of Swiss Banking Secrecy
Geiger_Cambridge2010_Workshop
Die Revision der Eigenmittelverordnung (ERV) ist auf Ende Jahr geplant.
Die Revision der ERV soll auf Anfang 2011 in Kraft treten. Sie ist eine der drei Baustellen, die zum Thema “Eigenkapital” gleichzeitig und parallel im Betrieb ist, neben der Einführung von “Basel III” und der gesetzlichen Regelung der “too big to fail” Problematik. Ob das so gut geht?
In der Beilage findet sich meine Stellungnahme zur ERV-Revision.StellungnahmeRevision_EMV_final
Die Vorschläge vom 12. September 2010 sind mangelhaft
Zu den Eigenkapitalvorschlägen vom 12. September 2010: Basel III verlangt zu wenig, ist zu wenig streng und kommt zu spät.
Mit den am Sonntag von den Notenbankgouverneuren und Aufsichtsbehörden publizierten Vorschlägen zur künftigen Eigenmittelausstattung werden die internationalen Grossbanken nach der Übergangsfrist besser gewappnet sein gegen Verluste als bei Ausbruch der Krise im Jahr 2007.
- Allerdings sind die Übergangsfristen zu lange. Übergangsfristen sind sicher nötig. Es gibt davon im Vorschlag ein ganzes Bündel. Der Gesamtbedarf an echtem Eigenkapital steigt von 3,5 % im Jahr 2013 erst im Jahr 2019 auf 7 %. Bis dann hat die Welt möglicherweise bereits die nächste Krise und das Basel IV-Projekt hinter sich.
- Zudem fehlen bei den neuen Vorschriften entscheidende Teile: Eine Leverage Ratio, welche die Fehler der “Risikogewichtung” eindämmen soll, wird nur versuchsweise berechnet. Verschärfte Vorschriften für systemrelevante Banken werden “weiter studiert”, d.h. nicht eingeführt. Das Gleiche gilt für die Einführung von “contingent capital” und “bail-in debt“. Diese neuen Kategorien von Verbindlichkeiten würden im Notfall in Eigenkapital umgewandelt und damit die Gläubiger verstärkt in die Verantwortung nehmen. Die Marktpreise für solche Finanzkontrakte gäben wertvolle Signale zur Risikoeinschätzung am Finanzmarkt.
- Die Frage, wie grosse Banken im Krisenfall ohne unannehmbare Schäden für die Volkswirtschaften und ohne den Beizug der Steuerzahler liquidiert werden könnten, wird ausgeklammert.
Insgesamt haben die internationalen Grossbanken ihre Interessen weitgehend durchsetzen können, diesbezüglich ist Basel III gleich wie Basel II.
Etwas besser sieht es aus in der Schweiz: Die Schweizer Grossbanken sind besser kapitalisiert als bei Ausbruch der Krise, vor allem auch, weil sie ihr Geschäftsvolumen und die aufgeblähten Bilanzsummen massiv reduziert haben. Zudem müssen sie bereits heute eine Leverage Ratio einhalten, die allerdings noch zu tief ist. Ich denke, dass die zwei Banken ihre Eigenmittel durch Gewinnrückbehalte und auch durch Kapitalerhöhungen weiter stärken müssen. Kapitalerhöhungen sind bei den bestehenden Aktionären wegen der Verwässerung nicht beliebt, für neue Aktionäre dafür interessant. Und vor allem sind hohe Eigenmittel für die Kunden attraktiv. Und auf die Kunden kommt es letztlich an. Viel Eigenkapital ist gut, wenig Eigenkapital ist schlecht.
Für die systemrelevanten Banken in der Schweiz, sicher die zwei Grossbanken, müssen die Anforderungen deutlich strenger sein als jetzt aus Basel vorgeschlagen. Zudem müssen die aufgezeigten Lücken im Vorschlag von Basel III gefüllt werden. Von der Kommission unter der Leitung von Peter Siegenthaler erwarte ich per Ende dieses Monats Vorschläge, welche die in ihrem Zwischenbericht aufgezeigte Stossrichtung vollumfänglich abdeckt.